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update: 10.11.2011

Agenda 21 Gruppe besucht die Umwelt- und Solarregion Freiburg

In die Umwelt- und Solarregion Freiburg kommen verschiedenste Gruppen (Architekten, Kommunalpolitiker, Städteplaner, Schulklassen...) aus allen Ländern der Welt. Anfang September 06 machte sich auch die agenda 21 aus Schwarzenbruck auf den Weg dorthin, um mehr ber umweltfreundliche und bürgernahe Siedlungsplanung und -gestaltung zu erfahren.

Agenda in Freiburg

Während einer 2-stündigen Führung durch die Solarsiedlung am Schlierberg und das Quartier Vauban mit einem Vertreter des Forums Vauban (Bürgerinitiativezur Gestaltung des Projekts Vauban) erhielt die agenda 21 vor allem Einblick in die Planung der verschiedenen vor allem für junge Familien konzipierten Projekte und konnte sich vor Ort direkt von der gelungenen Umsetzung berzeugen.
Auffallend gleich auf den ersten Blick war vor allem im Quartier Vauban, dass der alte Baumbestand (aus der Kasernengelände-Zeit) erhalten wurde. Zusammen mit dem Brgerforum Vauban und der Stadt Freiburg ist diese Planung des Wohnprojekts mit den alten Bäumen gelungen was für die Anwohner nach eigenen Aussagen sehr viel Lebensqualität bedeutet.
Auch die Gestaltung der Bürgerplätze geschah zusammen mit den Brgern und den Gestaltungsbros mit einem Budget von jeweils maximal 100.000 Euro.
So entstanden sehr einladende, vielfältig nutzbare Bürgerplätze mit ausreichenden Grünanlagen die von den Bürgern aller Altersgruppen häufig genutzt werden.
Die bürgernahe Planung spiegelt sich auch bei der Planung der einzelnen Wohnabschnitte wieder. Diese wurden zusammen mit den zukünftigen Bewohnern und den Architekten einzeln in Baugruppen geplant.
Gemeinsam haben alle Häuser (Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser) folgende umwelttechnische Standards:

-Passiv bzw. Plus-Energie-Häuser: durch entsprechende Wätmedämmung, Fenster, Energieversorgung z.B über Hackschnitzel-Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen usw. ist der Energieverbrauch sehr niedrig. Die Plus-Energie Häuser erwirtschaften mit Hilfe der Sonne sogar mehr Energie als in ihnen verbraucht wird.
Der finanzielle Aspekt dürfte wohl auch Skeptiker überzeugen: Die Kosten pro Wohneinheit sind beim Bau geringfügig höher was jedoch durch die äußerst niedrigen Gesamtenergiekosten mehr als ausgeglichen wird. Für eine Wohnung von ca. 100 m im Projekthaus Wohnen und Arbeiten fallen pro Jahr nur insgesamt 114,- Euro an (für Strom, Warmwasserbereitung und Heizung!).

-Das Verkehrskonzept überzeugt ebenfalls.
Wer ein Auto hat kann dieses in einer entsprechenden Parkgarage am Siedlungsrand abstellen. In den Wohngebieten dort steht und fährt fast kein Auto.
Über Car-Sharing können Bürger ohne Auto sich nach Bedarf eines ausleihen.
Die Anbindung über Buslinien und die Straßenbahn an das 2 km entfernte Stadtzentrum ist ebenfalls vorbildlich.
Zahlreiche Läden vor Ort und ein Bauernmarkt sorgen für kurze Wege beim Einkauf.
Über 50% der Bewohner, die vor dem Einzug hier noch ein Auto hatten, verzichten jetzt darauf - weil es nicht gebraucht wird.
Es war sehr beeindruckend zu sehen, was im Bereich nachhaltiger Siedlungsplanung und -sanierung im großen und kleinen alles möglich ist.
Und wie mit aktiver Bürgerbeteiligung zukunftsweisende attraktive Wohnprojekte umgesetzt wurden- die mittlerweile als Vorbild für viele Gemeinden dienen und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden (z.B Europäischer Solarpreis...).

Mit einer Reihe von Ideen und Anregungen, von denen auch hier vor Ort einiges machbar ist- kam die agenda 21 von einem sehr interessanten und eindrucksvollen Besuch in Freiburg nach Schwarzenbruck zurück.

Tanja Holl, Agenda 21 Schwarzenbruck