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update: 10.11.2011

Vom Landwirt zum Energiewirt

Agenda 21 Schwarzenbruck zu Gast beim Land- und Energiewirt Albert Fiehl in Allershofen

Oktober 2007: Die diesjährige Informationsfahrt der AGENDA 21 Gruppe Schwarzenbruck führte auf den landwirtschaftlichen Betrieb von Albert Fiehl nach Allershofen bei Berngau nahe Neumarkt. Der innovative Land- und Energiewirt betreibt dort seit zweieinhalb Jahren eine Biogasanlage der Firma agriKomp. Sie speist jedes Jahr Strom für 450 Haushalte ins öffentliche Netz ein. Der Clou bei dieser Anlage ist allerdings, dass mit der Wärme, die bei der Verstromung anfällt, alle 10 Wohnhäuser des Dorfes über ein Nahwärmenetz ganzjährig vollständig beheizt und mit Warmwasser versorgt werden. Herkömmliche Öl- oder Gasheizungen findet man daher in Allershofen nicht mehr. Durch diese Pionierleistung Albert Fiehls ist Allershofen der erste Ort in Bayern, der seinen gesamten Strom- und Wärmebedarf aus erneuerbaren Energien deckt.

Verstärkt durch Mitglieder des Solarstammtisches Burgthann reiste eine 20-köpfige Besuchergruppe, unter anderem mit dem gemeindeeigenen Schwarzenbrucker Bürgerbus an einem sonnigen Spätsommertag in die nahe Oberpfalz. Land- und Energiewirt Albert Fiehl erklärte in seiner begeisternden Art das Funktionsprinzip seiner Biogasanlage.

Diese könne mit einer „großen Kuh“ verglichen werden. Die Fütterung erfolgt dabei automatisch mit Gülle und mit, auf dem Hof gelagerter, Silage aus Mais, Getreide und Kleegras. Die nachwachsenden Rohstoffe, abgekürzt NAWAROS genannt, baut Bauer Fiehl auf der Hälfte seines 150 Hektar großen Betriebs an. Die andere Hälfte liefert das Futter für seine 55 Milchkühe.

Im Fermenter, einem runden Baukörper, werden dann die eingebrachten Substrate unter Luftabschluss zersetzt und es entsteht Biogas mit einem hohen Anteil an Methan, Hauptbestandteil von herkömmlichem Erdgas.

Dass dieser Prozess ohne Kontakt zur Umgebungsluft abläuft und auch nur so funktioniert, ist ein ganz wichtiger Punkt“, betont in diesem Zusammenhang Dr. Dieter Schiel von der AGENDA 21, „denn noch immer höre man das Vorurteil, Biogasanlagen würden stinken. Wie soll aber etwas stinken, wenn es mit der Luft überhaupt nicht in Berührung kommt? Dagegen stellt bekanntermaßen das Ausbringen unvergorener Gülle eine teilweise erhebliche Geruchsbelästigung dar.“Das Biogas wird dann in einem Blockheizkraftwerk mit 200 kW elektrischer Leistung in Strom und Wärme umgewandelt. Die entstehende, nutzbare Wärme entspricht dabei dem Energiegehalt von rund 100.000 Liter Heizöl jährlich. Am Ende des Gärprozesses steht dann, zusätzlich zu dem erzeugten Biogas, noch ein hochwertiger, geruchsarmer und flüssiger Dünger zur Verfügung, der, in der Vegetationszeit, auf die Felder ausgebracht wird. Dieser sorgt für kräftiges Wachstum der angebauten Substrate und somit schließt sich der Kreislauf.

Albert Fiehl spart sich auf diese Weise bis zu 10.000 Euro pro Jahr an Kunstdünger.

Eine Besonderheit stellt in Allershofen das Nahwärmenetz dar, das alle Häuser des Dorfes ganzjährig mit 80° warmen Wasser für Heizung und Brauchwasser versorgt. Es wurde in Eigenleistung von allen Dorfbewohnern auf eigene Kosten verlegt. Die Dorfbewohner beziehen dafür nun, vertraglich geregelt, 10 Jahre lang die Wärme aus dem Blockheizkraftwerk kostenlos. Eine Öl- oder Gasheizung ist nicht mehr erforderlich. Darüber hinaus laufen zurzeit Gespräche über den Anschluss weiterer Häuser in einem benachbarten Neubaugebiet.

In der Biogasanlage werden zudem eine Halbtageskraft, zwei Auszubildende und ein Praktikant beschäftigt.

Nach dem gut zwei Stunden dauernden Rundgang über den landwirtschaftlichen Betrieb des Biogasspezialisten zeigten sich die AGENDA 21 Mitglieder und die Mitglieder des Solarstammtisches Burgthann sehr beeindruckt und bedankten sich mit einem kleinen Geschenk bei Herrn Fiehl. Man war sich einig, dass diese Informationsfahrt am „Tag der Regionen“ ein ideales Beispiel für regionale Wertschöpfung ist. Denn alles, was die Biogasanlage benötigt kommt aus der Region, die Erlöse verbleiben ebenfalls in der Region und kommen den dort lebenden Bürgerinnen und Bürgern zu gute.

Im Biergarten des nahegelegenen „Berngauer Hofes“ klang dann der Nachmittag mit weiteren anregenden Gesprächen aus.

Dr. Dieter Schiel, Sprecher des Arbeitskreises Energie der Agenda 21 Schwarzenbruck