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5. Dezember 2011

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26. November 2011

Großdemonstration
"Gorleben soll leben!"

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1. Dezember 2011

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update: 10.11.2011

Aufbruch in ein neues Zeitalter...
... Kennenlernen eines autarken Energiekonzepts

 Mitglieder der AGENDA21 besuchten in Feucht einen Vortrag über die Stadt und Region Güssing in Österreich/Burgenland.


Güssing liegt an der Grenze zu Ungarn, war wirtschaftlich langeZeit eine sehr arme Region – auch zur Zeit des „Eisernen Vorhangs“. Es gab keine Industrie, fast kein Gewerbe – 70% der Bevölkerung waren Pendler.

Anfang der 90er Jahre erkannten die Verantwortlichen der Stadt den eigentlichen Reichtum der Region – den Wald und die Landwirtschaft. Sie entwickelten die Vision einer eigenen unabhängigen Energieversorgung. Es wurde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet – die klar zeigte – diese Vision kann zur Realität werden.

Neben Solaranlagen sind vor allem Blockheizkraftwerke das Herz der Versorgung – diese werden mit Biomasse (Hackschnitzel) betrieben. Bei der Bewirtschaftung des Waldes wird jedoch genau darauf geachtet, dass nur so viel Holz entnommen wird wie in einem Jahr wieder nachwächst.
Neben Strom und Wärme liefern diese Blockheizkraftwerke auch Biogas, das wiederum ins Erdgasnetz eingespeist wird.
In einem Forschungsprojekt vor Ort soll außerdem erprobt werden, synthetischen Treibstoff aus Holz herzustellen. Betreut werden die Forschungsprojekte von der Universität Wien.

Mittlerweile ist das Modell Güssing wirtschaftlich sehr erfolgreich – ein noch nie da gewesener Aufschwung fand statt und es geht der Stadt und der Region so gut wie noch nie zuvor. Statt jedes Jahr Energie für 6 Millionen Euro einzukaufen, bleiben jetzt ca. 16 Millionen Euro pro Jahr in der Region an Wertschöpfung. Die Region wirbt außerdem mit Biotourismus – Urlaub in und mit der Natur. Es entstanden viele Arbeitsplätze.

Aus aller Welt reisen Interessierte an – Vertreter der Politik, Wirtschaft usw. - um dieses Erfolgsmodell kennenzulernen.
Energieberater von Güssing können auch überall Interessenten beraten und die Möglichkeiten einer  Region darstellen.

Gruppe bei Vortrag


Im Anschluss an den Vortrag wurde darüber diskutiert, wie sich eine regionale erneuerbare Energieversorgung auch bei uns im Nürnberger Land oder in den einzelnen Gemeinden umsetzen lässt. Denn eines wurde bei diesem Vortrag über Güssing auch wieder einmal klar: die Öl- und Gasvorräte werden weniger und somit teurer. Atomkraft ist zu gefährlich und vor allem von billig weit entfernt. Der Preis für den Rohstoff Uran stieg in den letzten Jahren fast um das Zehnfache. Vor allem der Klimawandel erfordert auch dringend mehr Taten in Sachen Erneuerbare Energieversorgung.

Gefordert ist vor allem die Politik – auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene – hier alles zu tun, um die Rahmenbedingungen zu verbessern und Entscheidungen sinnvoll zu treffen (z. B. Atomausstieg, Südausrichtung von Gebäuden bei Neubaugebieten wg. der Möglichkeiten der solaren Nutzung, Rückkauf der Gemeindewerke...).

Herr Dammer, der Geschäftsführer der Gemeindewerke Feucht und Schwarzenbruck, stellte die schwierige Situation in Sachen Eigenversorgung dar. Durch die momentanen umweltpolitischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen werden den Gemeindewerken regelrecht Steine in den Weg gelegt: die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke erschwert den Ausbau eigener Energieanlagen, Förderungen für manche EE-Anlagen werden ersatzlos gestrichen. Trotzdem versuchen die Gemeindewerke auch in Zukunft ihr Möglichstes in Sachen Erneuerbare Energien zu tun.

Klar wurde auch, dass wir nur zusammen etwas erreichen können: damit es eine regionale Energieversorgung gibt, brauchen wir die Gemeindewerke. Nur so bleibt das Geld, das wir alle für die Energieversorgung bezahlen, vor Ort und kann uns allen nutzen. Nur mit den Gemeindewerken zusammen kann eine 100%-ige regionale Energieversorgung langfristig umgesetzt werden.

Klar wurde auch, dass jeder aufgerufen ist - sein Möglichstes für Erneuerbare Energien und beim Energiesparen zu tun: Ökostrom beziehen (z. B. von den Gemeindewerken) und falls möglich in den eigenen 4 Wänden auf eine saubere Energieerzeugung achten: Heizung umrüsten (z. B. Pelletsheizung mit Pellets aus der Region – passt auch in kleine Keller), Solarthermieanlagen installieren, Dämmen, Energiesparen...

Jeder kann etwas tun – damit wir endlich da hin kommen, was technisch möglich ist: zu einer sauberen, sicheren Energieversorgung aus 100% Erneuerbaren Energien.


Tanja Holl, AGENDA21