Agenda21 informiert sich über ein Sonnenhaus
Die Informationsfahrt der Agenda 21
Gruppe Schwarzenbruck führte in diesem Jahr zum Sonnenhaus am
Samainhof bei Parsberg. Markus Heinrich, Heizungs- und Solarexperte aus
Lindelburg, informierte die 16 Angereisten darüber, was man unter
einem Sonnenhaus versteht. Es handelt
sich um ein gut gedämmtes Gebäude mit einem großen
Solarschichtenspeicher und einer entsprechend dimensionierten
Solarwärmeanlage auf dem Dach, die mindestens 50% der
benötigten Energie für Heizung und Warmwasser im Jahr
bereitstellt. Bei entsprechender Auslegung von Sonnenkollektor
und Speicher lässt sich auch eine 100% ige Deckung des Heizungs-
und Warmwasserbedarfs realisieren. Ein solches Wohnhaus gibt es
beispielsweise in Regensburg. Das Sonnenhauskonzept kann sowohl im
Neubau als auch bei Bestandsgebäuden verwirklicht werden.
Nach Ankunft der, unter anderem mit dem Bürgerbus, angereisten Agenda21 Gruppe, begleitet von Mitgliedern des Solarstammtisches Burgthann, informierte Markus Heinrich zunächst, an Hand einer Präsentation, allgemein über das Prinzip des Sonnenhauses.
Bei
dem vor zwei Jahren errichteten Sonnenhaus am Samainhof wurde ein
15.000 Liter fassender, hochwärmegedämmter
Solarschichtenspeicher in die Mitte des Gebäudes integriert. Auf
der Südseite des Satteldaches installierte man ein 90 m2
großes Sonnenkollektorfeld, das in die Dachhaut integriert ist.
Die Dachneigung von 50° sorgt dafür, dass auch bei
tiefstehender Sonne im Winter ein optimaler Sonnenenergieertrag
erreicht wird. Beheizt wird das Gebäude über Fußboden-
und Wandheizungen, die angenehme Strahlungswärme abgeben. Die
große Heizfläche sorgt, zusammen mit der guten Dämmung,
dafür, dass selbst bei Minus 15° Außentemperatur nur
eine Heizungsvorlauftemperatur von 38° benötigt wird. Sollte
im Winter einmal die Sonnenenergie aus den Kollektoren nicht
ausreichen, um die 630 m2 Wohnfläche zu beheizen,
springt eine Holzhackschnitzelheizung ein. Für die Hackschnitzel
mussten im vergangenen, strengen Wintern nur 450 € bezahlt werden.
Über das gesamte Jahr gesehen, deckt die Solaranlage im Sonnenhaus
60% des Bedarfs für Warmwasser und Heizung.
„Steigende Preise
für Heizöl oder Erdgas sind für unser Haus kein Thema“,
so Markus Heinrich, “denn Sonnenstrahlen sind immer kostenlos und Holz
wächst jedes Jahr nach“.
Nach
der Besichtigung der Solaranlage, des Speichers mit der
ausgeklügelten Regelungstechnik und der Hackschnitzelheizung
stärkte man sich im „Solarcafé“ des Sonnenhauses. Ursula
Stingl servierte ein köstliches Mittagessen aus Bioprodukten.
Anschließend führte Markus Heinrich die Gruppe noch über den Samainhof mit seinen zahlreichen Islandpferden.
Vollgepackt mit interessanten Informationen und Eindrücken trat die Agenda 21 Gruppe dann am Nachmittag die Heimreise an.
Interessierte finden weitere Informationen im Internet unter www.sonnenhaus-institut.de und unter www.samainhof.de.
Dr. Dieter Schiel, Arbeitskreis Energie und Klimaschutz




