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update: 10.11.2011

Woche der Sonne
Sportwagen tankt Strom

Info-Veranstaltung zur Elektromobilität in Feucht

zeitungsbildWar der Blickfang der Ausstellung: Flitzer der Firma E-wolf                    Foto: Ruhnau

FEUCHT – Das Multicar FUMO ist in den letzten Tagen weit  herumgekommen. Angela Merkel saß schon  drin. Von der Hauptstadt in die Provinz – bei der Veranstaltung des Bündnisses  EnergieRegion
Altdorf – Burgthann – Feucht – Schwarzenbruck kam der elektrisch betriebene Shootingstar der Firma e-WOLF auch nach Feucht. 

multicar

Unter dem Motto „Das Auto der Zukunft – Tanken an der Steckdose?“ – hatten die Veranstalter, bestehend aus dem Solarstammtisch Burgthann, der Agenda 21 Schwarzenbruck, Bürgersolar Feucht und der Energiestadt Altdorf, eine Vielzahl von Ausstellern in und um die Reichswaldhalle
versammelt. Für einige Besucher mag es durchaus überraschend gewesen sein, wieviel Elektromobilität es bereits im Landkreis gibt.

Ein Beispiel lieferte der Quantyapark Schwarzenbruck, der seit kurzem einen Moto-Cross-Kurs mit elektrischen Enduros betreibt. Die zwei ausgestellten Motorräder blieben zwar unbenutzt, dafür wurden mit den e-Bikes der Firma Sachs (Radlwerkstatt Wittek) vom Stand nebenan  immer wieder kleine Testrunden auf dem Parkplatz gedreht.  

e-bike
quantyaparx
Fotos: Holl



Jetzt ist die Zeit anzufangen

Nach einem aktionsreichen Nachmittag, an dem unter anderem einige elektrische Fahrzeuge aller Art bestaunt und probegefahren wurden, luden die ehrenamtlichen Mitglieder der EnergieRegion Altdorf- Burgthann- Feucht- Schwarzenbruck zu einem Vortrag in die Reichswaldhalle zum Thema „Das Auto der Zukunft – Tanken an der Steckdose“ ein.

Der Referent Tomi Engel, Vorsitzender des Fachausschusses für solare Mobilität der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, fand von Anfang an sehr klare Worte, um die Notwendigkeit eines radikalen Umbaus unserer Mobilität auf Elektrofahrzeuge deutlich zu machen. Jeder einzelne von uns sei gefordert diesen Wandel mitzumachen und voranzubringen. Bürger genauso wie politisch Verantwortliche und die Industrie. Elektrofahrzeuge vom Fahrrad über Autos bis hin zu Bussen und Straßenbahnen – „betankt“ nur mit ÖKO-Strom – seien klar die einzige Alternative, die unserer Gesellschaft bleibt. Mobilität ist auch in Zukunft notwendig in allen Bereichen - sei es im Individualverkehr oder auch im öffentlichen Nahverkehr.

Als gefragter Fachmann in diesem Gebiet konnte Hr. Engel sehr anschaulich erklären, dass die Erzeugung von Erneuerbaren Energien für Mobilität und alle anderen Lebensbereiche mit relativ geringem Flächenbedarf realisierbar ist. Elektromobilität und Erneuerbare Energien passen außerdem optimal zusammen. Denn Elektrofahrzeuge seien auch rollende Kraftwerke. Diese könnten die im Stromnetz immer wieder auftretenden Netzschwankungen ausgleichen und je nach Bedarf Strom ins Netz abgeben oder daraus aufnehmen.

Bezugnehmend auf die - nicht nur zur Zeit - aktiven politischen Arbeitskreise, die außer Absichtserklärungen noch relativ wenig zu diesem Thema auf den Weg gebracht haben, zeigte der Referent Bilder von Fahrzeugen. Eines der ersten Elektrofahrzeuge gab es bereits 1903 in Frankreich, auch 1975 zur damaligen Ölkrise gab es ein weiteres Fahrzeug in Italien und in den 90er Jahren gab es mehrere Modelle für Elektroautos und auch im praktischen Einsatz. Aktuell seien z. B. China und Indien auf dem Markt führend. All diese Beispiele machten eines deutlich: Elektromobilität ist jetzt möglich und weitere Versuchsprojekte wären Zeit- und Geldverschwendung.

Am Schluss des interessanten Vortrags war eines klar: Mobilität auf Erdölbasis ist nicht mehr tragbar. Zu groß sind die Belastungen durch die Gewinnung und Verwendung von Erdöl für Gesundheit und Umwelt. 
Es ist keine Zeit mehr für langes Reden – jetzt ist die Zeit anzufangen.

Mehr Erdöl als zum jetzigen Zeitpunkt kann pro Tag fast nicht mehr gefördert werden. Öl wird somit immer teurer und ist als Rohstoff z.B. für Energie wirtschaftlich und ökologisch nicht mehr tragbar.
Nur Energien aus erneuerbaren Energiequellen sind die wirtschaftliche und ökologische Zukunft.
Auf überzeugende Weise zeigte dieser Vortrag, dass Elektromobilität bereits jetzt möglich ist und der Strukturwandel in der Energieversorgung und in der Mobilität kommen muss.

Bürger aus der Region und darüber hinaus konnten an diesem Aktionstag überzeugende praktische Erfahrungen mit einigen Elektro-Fahrzeugen erleben.
Möglich gemacht haben diesen Praxistest die Firma e-WOLF, Hr. Wittek von der Radlwerkstatt Lindelburg, der QuantyaParx aus Schwarzenbruck und die Solarinitiative Nürnberger Land.
Die ehrenamtlichen Gruppen Energiestadt Altdorf, Bürgersolar Feucht, Solarstammtisch Burgthann und die AGENDA21 Schwarzenbruck freuten sich zusammen mit den unterstützenden Gemeinden über einen rundum gelungenen Tag. 

Tanja Holl