Woche der Sonne
Sportwagen tankt Strom
War
der Blickfang der Ausstellung: Flitzer der Firma E-wolf
Foto: Ruhnau
FEUCHT
– Das Multicar FUMO ist in den letzten Tagen weit herumgekommen.
Angela Merkel saß schon drin. Von der Hauptstadt in die
Provinz – bei der Veranstaltung des Bündnisses
EnergieRegion
Altdorf – Burgthann – Feucht – Schwarzenbruck kam der
elektrisch betriebene Shootingstar der Firma e-WOLF auch nach
Feucht.
Unter dem Motto „Das Auto der Zukunft – Tanken an der Steckdose?“
– hatten die Veranstalter, bestehend aus dem Solarstammtisch Burgthann,
der Agenda 21 Schwarzenbruck, Bürgersolar Feucht und der
Energiestadt Altdorf, eine Vielzahl von Ausstellern in
und um die Reichswaldhalle
versammelt.
Für einige Besucher mag es durchaus überraschend gewesen
sein, wieviel Elektromobilität es bereits im Landkreis gibt.
Ein Beispiel lieferte der Quantyapark Schwarzenbruck, der seit kurzem einen Moto-Cross-Kurs mit elektrischen Enduros betreibt. Die zwei ausgestellten Motorräder blieben zwar unbenutzt, dafür wurden mit den e-Bikes der Firma Sachs (Radlwerkstatt Wittek) vom Stand nebenan immer wieder kleine Testrunden auf dem Parkplatz gedreht.
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Jetzt ist die Zeit anzufangen
Nach einem aktionsreichen Nachmittag, an dem unter anderem einige elektrische Fahrzeuge aller Art bestaunt und probegefahren wurden, luden die ehrenamtlichen Mitglieder der EnergieRegion Altdorf- Burgthann- Feucht- Schwarzenbruck zu einem Vortrag in die Reichswaldhalle zum Thema „Das Auto der Zukunft – Tanken an der Steckdose“ ein.
Der Referent Tomi Engel, Vorsitzender des Fachausschusses für solare Mobilität der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, fand von Anfang an sehr klare Worte, um die Notwendigkeit eines radikalen Umbaus unserer Mobilität auf Elektrofahrzeuge deutlich zu machen. Jeder einzelne von uns sei gefordert diesen Wandel mitzumachen und voranzubringen. Bürger genauso wie politisch Verantwortliche und die Industrie. Elektrofahrzeuge vom Fahrrad über Autos bis hin zu Bussen und Straßenbahnen – „betankt“ nur mit ÖKO-Strom – seien klar die einzige Alternative, die unserer Gesellschaft bleibt. Mobilität ist auch in Zukunft notwendig in allen Bereichen - sei es im Individualverkehr oder auch im öffentlichen Nahverkehr.
Als gefragter Fachmann in diesem Gebiet konnte Hr. Engel sehr anschaulich erklären, dass die Erzeugung von Erneuerbaren Energien für Mobilität und alle anderen Lebensbereiche mit relativ geringem Flächenbedarf realisierbar ist. Elektromobilität und Erneuerbare Energien passen außerdem optimal zusammen. Denn Elektrofahrzeuge seien auch rollende Kraftwerke. Diese könnten die im Stromnetz immer wieder auftretenden Netzschwankungen ausgleichen und je nach Bedarf Strom ins Netz abgeben oder daraus aufnehmen.
Bezugnehmend auf die - nicht nur zur Zeit - aktiven politischen Arbeitskreise, die außer Absichtserklärungen noch relativ wenig zu diesem Thema auf den Weg gebracht haben, zeigte der Referent Bilder von Fahrzeugen. Eines der ersten Elektrofahrzeuge gab es bereits 1903 in Frankreich, auch 1975 zur damaligen Ölkrise gab es ein weiteres Fahrzeug in Italien und in den 90er Jahren gab es mehrere Modelle für Elektroautos und auch im praktischen Einsatz. Aktuell seien z. B. China und Indien auf dem Markt führend. All diese Beispiele machten eines deutlich: Elektromobilität ist jetzt möglich und weitere Versuchsprojekte wären Zeit- und Geldverschwendung.
Am
Schluss des interessanten Vortrags war eines klar: Mobilität auf
Erdölbasis ist nicht mehr tragbar. Zu groß sind die
Belastungen durch die Gewinnung und Verwendung von Erdöl für
Gesundheit und Umwelt.
Es ist keine Zeit mehr für langes Reden – jetzt ist die Zeit anzufangen.
Mehr
Erdöl als zum jetzigen Zeitpunkt kann pro Tag fast nicht mehr
gefördert werden. Öl wird somit immer teurer und ist als
Rohstoff z.B. für Energie wirtschaftlich und ökologisch nicht
mehr tragbar.
Nur Energien aus erneuerbaren Energiequellen sind die wirtschaftliche und ökologische Zukunft.
Auf
überzeugende Weise zeigte dieser Vortrag, dass
Elektromobilität bereits jetzt möglich ist und der
Strukturwandel in der Energieversorgung und in der Mobilität
kommen muss.
Bürger aus der Region und darüber hinaus
konnten an diesem Aktionstag überzeugende praktische Erfahrungen
mit einigen Elektro-Fahrzeugen erleben.
Möglich gemacht haben
diesen Praxistest die Firma e-WOLF, Hr. Wittek von der Radlwerkstatt
Lindelburg, der QuantyaParx aus Schwarzenbruck und die Solarinitiative
Nürnberger Land.
Die ehrenamtlichen Gruppen Energiestadt
Altdorf, Bürgersolar Feucht, Solarstammtisch Burgthann und die
AGENDA21 Schwarzenbruck freuten sich zusammen mit den
unterstützenden Gemeinden über einen rundum gelungenen
Tag.
Tanja Holl





